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Mehr und schwerere Wintersport-Unfälle in Österreich, Unfallchirurgen ziehen Bilanz

Mehr Verletzte an der Wirbelsäule, Zunahme bei den Schienbeinkopffrakturen

gesamte Pressemitteilung als PDF-Dokument laden (pdf, 20 kb) gesamte Pressemitteilung als WORD-Dokument laden (doc, 36 kb) Wien (OTS) – Die Zahl der Verletzten nach Wintersport-Unfällen ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, ziehen führende Unfallchirurgen aus den betroffenen Regionen Bilanz über die Wintersaison 2007/08. In den Krankenhäusern Feldkirch, Innsbruck und Schwarzach/Pongau wurden Anstiege von elf, 18 beziehungsweise 21 Prozent registriert. Schätzungen der Unfallchirurgen gehen daher von mittlerweile rund 65.000 Wintersport-Verletzten (Schifahren, Snowboard, Rodeln) in der Saison 2007/08 aus.  „Diese Zahlen sind im Zusammenhang mit dem Anstieg der Nächtigungen im heurigen Jahr zu sehen. Es gab aber nicht nur mehr Unfälle, diese sind auch schwerer ausgefallen“, erklärt der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Unfallchirurgie, Univ.-Prof. Karl Benedetto vom Landeskrankenhaus Feldkirch. „In Schwarzach haben wir bei den operationspflichtigen Wirbelsäulenverletzungen eine Steigerung von 90 Prozent zu verzeichnen gehabt“, sagt Prim. Dr. Franklin Genelin. Eine ähnliche Entwicklung war an den Kliniken in Feldkirch und Innsbruck zu beobachten. So ist der ISS-Index (ein Gradmesser für die Schwere der Verletzung) bereits seit Jahren steigend, berichtet der Innsbrucker Klinik-Chef Univ.-Prof. Dr. Michael Blauth. Auch die Zahl der Schienbeinkopfbrüche stieg an. Hauptgründe für das Ansteigen der Unfälle sind laut Genelin die Selbstüberschätzung und der schlechte Trainingszustand der Wintersportler. „Die ausgezeichnet präparierten Pisten und das verbesserte Material ermöglichen es heute auch schlechten Schifahrern, eine höhere Geschwindigkeit zu erreichen, in deren Folge dann Unfälle passieren, die aufgrund des hohen Tempos dann auch schwerer ausfallen“, erklärt der Chef der Unfallchirurgie in Schwarzach. Zugenommen haben auch die schweren Beckenverletzungen: Zehn Prozent Plus im Vergleich zur Vorjahres-Saison. Die Zahl der schweren  Schädel-Hirn-Traumen blieb hingegen trotz einem deutlichen Plus an Verletzten verglichen mit der Vorsaison gleich. Dies dürfte eine direkte Konsequenz aus der zunehmenden Akzeptanz des Helmtragens sein. In Vorarlberg ist die Zahl der schweren Schädel-Hirn-Verletzungen in den vergangenen drei Jahren (nach Projektstart mit den „Sicheren Gemeinden – Helmtragen“) sogar um 50 Prozent zurückgegangen. Generell an erster Stelle der Verletzungsarten bei den Schifahrern steht, wie schon seit vielen Jahren, die Knieverletzung. Das sind zumeist sowohl Verletzungen der Bänder als auch Frakturen vor allem des Schienbeinkopfes. Die Auffälligkeit in der heurigen Saison war, dass die Verletzungen schwerer waren. Beim Snowboarden stehen vor allem Schulter- und Handverletzungen im Zentrum, beim Rodeln Gesichtsverletzungen und Schädelhirntraumen sowie Verletzungstypen, wie sie sonst nur bei Polytraumen nach Verkehrsunfällen vorkommen. Dank moderner Operations- und Behandlungsmethoden sind die Verletzten allerdings schneller wieder auf den Beinen und zurück in ihrem Alltag. Im Gegensatz zu früher werden Patienten seltener mit Gipsverbänden versorgt. Moderne OP-Techniken wie die Marknagelung oder winkelstabile Plattenosteosynthesen ermöglichen eine sehr rasche Rehabilitation und bringen die Verletzten wesentlich schneller in den Arbeitsprozess zurück als früher. Rückfragehinweis: Univ-Prof. Dr. Richard Kdolsky, Österreichische Gesellschaft für Unfallchirurgie Tel.: 01/5333542; richard.kdolsky@unfallchirurgen.at Mag. Christian Thonke, Kovar & Köppl Public Affairs Consulting Tel.: 01/5229220-17; christian.thonke@publicaffairs.cc

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