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Informationen zur Unfallchirurgie

Unfallchirurgen in Österreich
Das leisten Österreichs Unfallchirurgen
Der Unfall-Chirurg als Trauma-Manager
Unfallchirurgie im Krankenhaus
Spezialisten
Rekonstruktion und Rehabilitation, Rehabilitationszentren
Der Unfallchirurg in der Praxis
Der Unfallchirurg als Gutachter
Der Unfallchirurg als Forscher
Unfallchirurgie und Orthopädie

Unfallchirurgie in Österreich 

Der Unfallchirurg ist aufgrund seiner umfassenden Ausbildung der „Hausarzt des Verletzten“. Idealerweise begleitet der Unfallchirurg seinen Patienten von der Erstversorgung bis zur Wiederaufnahme seines Berufes und / oder der sportlichen Aktivitäten. Dieses umfassende Aufgabengebiet kann nur durch Spezialisierungen im Fachbereich und in Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten erfolgen. Der Koordinator sollte aber der Unfallchirurg sein, damit die Kontinuität der Behandlung nicht verloren geht.

Das leisten Österreichs Unfallchirurgen

In Österreich praktizieren knapp über 1.000 Unfallchirurgen. Sie versorgen als Spitalsärzte und/oder niedergelassene Ärzte zwei Millionen Patienten pro Jahr. Die Qualität der Versorgung ist anerkannte Weltspitze, was an der Eigenständigkeit des Sonderfaches, der Ausbildung, dem dichten Versorgungsnetz und der ausgezeichneten kontinuierlichen Fortbildung liegt. Seit 1980 ist die Zahl der letztlich tödlichen endenden Unfälle um 48 Prozent gesunken, was auch auf ständig verbesserte Behandlungsmethoden zurückzuführen ist. Dabei ist die Zahl der Unfall-Patienten insgesamt signifikant gestiegen: Im Vergleich zu 1980 müssen heute um 26 % mehr Patienten nach einem Unfall stationär behandelt werden, die Zahl der Heim- Sport- und Freizeitunfälle stieg seit 1980 um 73 %.

Der Unfall-Chirurg als Trauma-Manager

Der österreichische Unfallchirurg versteht sich als Trauma-Manager: Das heißt, der Unfallchirurg ist der Spezialist für den verunfallten Patienten und führt die erforderlichen Operationen selbstständig und selbstverantwortlich durch oder entscheidet, ob er einen „Organ-Chirurgen“ beiziehen will. Die Unfallchirurgen sind überzeugt, dass jedes Unfallopfer einen behandlungsführenden, kompetenten Arzt benötigt. Dieser gewährleistet eine maßgeschneiderte Betreuung bis zur Rehabilitation. Das kann nur der Unfallchirurg leisten.

Unfallchirurgie im Krankenhaus

Der Unfallchirurg als Akutmediziner ist immer zur Stelle. Ob es der „kleine“ Notfall in der Ambulanz ist, oder der Schwerstverletzte im Schockraum, der Unfallchirurg übernimmt das Management des Verletzten, wenn erforderlich in Zusammenarbeit mit Anästhesisten und anderen Fachrichtungen. Das Management des akuten operativen Eingriffes wie z. B. beim Schädel-Hirntrauma, bei Thoraxverletzungen und beim Abdominaltrauma fällt ebenso in die Kompetenz und Verantwortung des Unfallchirurgen wie die Versorgung der Extremitätenverletzungen. Durch kontinuierliche Weiterentwicklung der Ostheosynthesetechniken können Krankenhausaufenthalt, Rehabilitationsdauer und Arbeitsunfähigkeit für viele Verletzte entscheidend verkürzt werden. Für die immer mehr zunehmende Zahl der alten und sehr alten Patienten ist die Akutversorgung und Frühmobilisierung die einzige Überlebenschance. Die daraus resultierenden sehr kurzen Aufenthaltszeiten bedürfen aber einer besseren Kommunikation mit Nachsorgeeinrichtungen und niedergelassenem Bereich (Projekt: medtogether).

Spezialisten

Die Endoprothetik z. B. ist zu einem fixen Bestand des Versorgungsspektrums in der Unfallchirurgie geworden. Arthroskopische Operationen sind 1000-fach durchgeführte Routineeingriffe, die arthroskopische Meniskusoperation ist mittlerweile seit Jahren die häufigste unfallchirurgische Operation. Die Kreuzbandchirurgie wird von österreichischen Unfallchirurgen mit weltweit anerkanntem Erfolg durchgeführt und weiterentwickelt. Ohne den Überblick zu verlieren haben sich innerhalb der Unfallchirurgie selbstverständlich Spezialdisziplinen entwickelt. Schulterchirurgie, Handchirurgie, Wirbelsäulenchirurgie, Unfallchirurgische Abteilung bieten meist im Rahmen von Spezialambulanzen diese Leistungen an.

Rekonstruktion und Rehabilitation, Rehabilitationszentren

Der Unfallchirurg als Spezialist für Probleme des Stütz- und Bewegungsapparates hat auch die Erfahrung für rekonstruktive Verfahren nach Verletzungen in Zusammenarbeit mit speziell geschulten Rehabilitationsmedizinern – ebenfalls Unfallchirurgen. Seit Jahrzehnten wird die enge Zusammenarbeit mit speziell geschulten Physio- und Ergotherapeuten gepflegt.

Der Unfallchirurg in der Praxis

358 Unfallchirurgen führen eine Privatordination. Persönliche Betreuung, Erfahrung und Zeit für eine ausführliche Beratung stehen im Mittelpunkt. Viele Unfallchirurgen haben eine spezielle sporttraumatologische Ausbildung und sind Sportmediziner, betreuen Sportvereine, Leistungssportler und Hobbysportler. Verletzungsprävention, Trainingsaufbau und Leistungsdiagnostik werden angeboten.

Der Unfallchirurg als Gutachter

verfügt über die entsprechende Erfahrung in Privaten- oder Gerichtsverfahren. 2/3 der Unfallchirurgen sind gutachterlich tätig; viele davon gerichtlich zertifziert.

Der Unfallchirurg als Forscher

Österreichische Unfallchirurgen legen in Universitäten, Forschungsinstituten und Ausbildungszentren den Grundstein für eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Faches, für Aus- und Weiterbildung der Kollegenschaft.

Unfallchirurgie und Orthopädie

Im Jahre 2000 haben führende Vertreter der Fachgesellschaften und Berufsverbände beider Fächer ein Konsensuspapier unterzeichnet, mit dem der Fortbestand der beiden Fächer Unfallchirurgie und Orthopädie für Österreich festgelegt wurde. Trotz vieler Gemeinsamkeiten der beiden Fächer befürchteten die Proponenten einen nicht zu verantworteten Qualitätsverlust in der Patientenversorgung, der eine Zusammenlegung aus ökonomischen Gründen nicht rechtfertigen kann. Die Verletzungen nehmen ebenso zu, wie die Schäden am Stütz- und Bewegungsapparat. Ca. 800.000 jährliche Unfälle in Österreich verursachen mehr als 8 Millionen Krankenstandstage pro Jahr und verursachen einen jährlichen gesamtwirtschaftlichen Schaden von ca. 14 Milliarden Euro (Quelle: Ehlass Austria, Jahresbericht 2000). Nahezu ebenso hoch sind die Schäden durch Krankheiten am Stütz- und Bewegungsapparat. Durch eine spezifische Behandlung tragen wir somit am effizientesten zur Kostensenkung im Gesundheitsbereich bei.