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Zukunftskommission

Sehr geehrte Kolleginnen, sehr geehrte Kollegen,

Liebe Freunde der Österreichischen Gesellschaft für Unfallchirurgie!

 

Die Zukunftskommission der Österreichischen Gesellschaft für Unfallchirurgie wurde 2003 gegründet. Sie stellt eine Plattform zur Diskussion und Bewertung neuer gesundheits- und standespolitischer, sowie wissenschaftlicher Entwicklungen dar, die das Gebiet der Unfallchirurgie direkt oder indirekt betreffen. Die Zukunftskommission soll den geschäftsführenden Vorstand der ÖGU dabei unterstützen, neue Konzepte zu erstellen und vorhandene zu aktualisieren. Dies wird situationsadaptiert in Arbeitssitzungen durchgeführt, in denen intensiv an den jeweils aktuellen Themen gearbeitet wird. Prim. Dr. Thomas Neubauer hat die Zukunftskommission bis 2018 geleitet, wurde dann zum Prä-Präsidenten der ÖGU gewählt, woraufhin ich diese ehrenvolle Aufgabe übernehmen durfte.

Die ersten Aufgaben der Zukunftskommission bestanden vor allem darin, das Bild der Unfallchirurgie in Österreich weiter zu entwickeln und auch die Politik für die Traumaversorgung zu sensibilisieren.

In den letzten Jahren sind vor allem durch die Schaffung des neuen Sonderfaches Orthopädie und Traumatologie nun neue Themen in das Zentrum der Arbeit der Zukunftskommission gerückt:

 

  • Neben der Migrationsfähigkeit stellt nun auch die Niederlassungsmöglichkeit eine realistische Option dar. Im Rahmen der Entwicklung des neuen Faches Orthopädie und Traumatologie wurde von der Zukunftskommission kontinuierlich begleitende Basisarbeit geleistet. Diese bestand vor allem in der Definition von Ausbildungs-Modulen und der dabei zu vermittelnden Inhalte.
  • Durch die Neudefinierung der Facharztausbildung und durch die zahlreichen technischen Neuentwicklungen ist es in den letzten Jahren immer schwieriger geworden, jungen KollegInnen eine umfassende Ausbildung an einem einzigen Standort zu garantieren. Dies wird künftig nur mehr an überregionalen und zentral lokalisierten Abteilungen abgedeckt werden können. Andererseits ist es an kleineren Abteilungen einfacher möglich fundierte Erfahrungen v.a. in der Extremitätenversorgung zu erlangen. In diesem Sinne wird in den meisten Fällen zu überlegen sein, wie für junge KollegInnen die individuelle Ausbildung durch verpflichtende und freiwillige Rotationen an verschiedenen Standorten so organisiert werden kann, dass eine optimale Mischung aus theoretischer und praktischer Wissens- und Fähigkeitsvermittlung resultiert.
  • Hand in Hand damit geht eines der Hauptthemen der nächsten Jahre: die Bildung von sogenannten “Trauma Netzwerken”. Aufgrund der personellen, apparativen und der finanziellen Ausstattung übersteigt die umfassende Versorgung von Verletzungen aller Schweregrade oftmals die Ressourcen eines Standortes. In Anlehnung an die bereits in Deutschland existierenden Netzwerke wird daher derzeit sondiert, inwieweit eine Installation zertifizierter Netzwerke in Österreich praktikabel ist. Dabei wurde erstmalig die Evaluation bestehender Ressourcen der unfallchirurgischen Abteilungen österreichweit durchgeführt, um auf Basis dieser Daten in einen Diskussionsprozess einzutreten. Dabei sollte eine sachbezogene Diskussion dafür sorgen, entsprechende Strukturen bzw. Netzwerke aufzubauen, um die Versorgung von Schwerverletzten in Österreich weiter zu gewährleisten. Dies bedeutet aber auch eine emotionsfreie und sachliche Diskussion über althergebrachte Strukturen und liebgewonnene Traditionen.
  • Zumindest in den nächsten Jahren ist die Zukunftskommission laufend gefordert, im Rahmen des in Österreich herrschenden Fachärztemangels, Ideen und Konzepte zu entwickeln, um das Interesse junger KollegInnen und StudentInnen für das Fach Orthopädie und Traumatologie zu wecken. Hierbei gilt es auch zu definieren welche Kompetenzen künftig mit anderen Berufsgruppen teilbar sind.

 

Auch weiterhin soll die Zukunftskommission der ÖGU eine relativ kleine, aber schlagkräftige Gruppe darstellen, in welcher sämtliche Aspekte unseres Faches hinsichtlich Abteilungsgröße und -struktur (universitäres, öffentliches und privates Spital) inklusive des niedergelassenen Bereichs, regionaler Unterschiede und fachlicher Entwicklung repräsentiert sind. Insbesondere möchte ich darauf hinweisen, dass seit 2014 der jeweilige Assistentenvertreter der ÖGU mit der Zukunftskommission kooptiert ist. Nur durch diese breite Aufstellung mit Einbeziehung junger Kollegen ist eine lebendige Diskussion und nur durch diese ist eine Bewältigung der zahlreichen und nicht gerade kleinen Probleme für unser Fach im 21. Jahrhundert möglich.

 

„Die Zukunft ist das Produkt der Entscheidung.“

Sergej Darst

 

Mit kollegialen Grüßen,

Dr. Michael Humenberger
Prim. Dr. Thomas Neubauer

Februar 2019