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Kleine (Knochen)Brüche – Große Wirkung

APA Meldung zur 49. Jahrestagung der ÖGU

Utl.: Tagung der Unfallchirurgen in Salzburg – Fußwurzel-,
Fersenbein- und Kahnbeinfrakturen unterschätzt =

Salzburg/Wien (APA) – „Hals und Beinbruch!“, heißt es oft. Während zumindest Frakturen der Beinknochen oft ziemlichproblemlos zusammenwachsen, sind Brüche von kleinen Knochen erheblich „lästiger“. Mit Frakturen derFußwurzelknochen, des Fersenbeins bzw. des Kahnbeins (Hand) befassen sich die österreichischen Unfallchirurgen beiihrer Jahrestagung (3. bis 5. Oktober) bei ihrer Jahrestagung in Salzburg.

„Aufgrund des medizinischen Fortschritts überleben heute immer mehr Schwerverletzte. Allerdings machen sogenanntekleine Brüche immer mehr und immer gravierendere Probleme. Sie werden oft übersehen, Symptome treten erst mitVerspätung auf – und sie sind oft mit erheblichen Folgewirkungen verbunden“, erklärte Andreas Pachucki, Präsident derÖsterreichischen Gesellschaft für Unfallchirurgie (ÖGU), aus Anlass der Tagung gegenüber der APA.

Von 2001 bis 2010 wurden in Österreichs Unfallspitälern 29.121 Frakturen an Fußwurzel-Knochen, Fersenbein undKahnbein behandelt. Laut den Daten der AUVA waren das 10.373 Fersenbein-Frakturen, 7.166 Fußwurzel-Frakturen und11.582 Kahnbein-Brüche. Brüche bzw. Verletzungen an diesen kleinen Knochen betreffen fast doppelt so viele Männer(18.986) als Frauen (10.135).

Pachucki: „Ober- oder Unterschenkelbrüche sind natürlich viel schwerwiegendere Frakturen, können aber imBedarfsfall auch genagelt oder verplattet werden und heilen gut aus. Bei den Frakturen der kleinen Knochen, also zumBeispiel der Hand-, Fußwurzelknochen oder des Fersenbeins bleiben fast immer Invaliditäten zurück.“

Wobei die Situation je nach Bruch sehr unterschiedlich ist. Der Unfallchirurg, Chef der entsprechenden Abteilung inAmstetten in Niederösterreich: „Brüche der Handwurzelknochen sind am Anfang oft wenig schmerzhaft. Sie werdenhäufig mit einer Prellung verwechselt. Doch die Schmerzen werden dann oft chronisch. Die Betroffenen bekommen nachein bis zwei Jahren massive Probleme.“ Die Ursache sind ursprünglich zumeist Freizeit- und Sportunfälle, klassisch sinddiese Verletzungen bei Snowboardern, aber auch bei älteren Menschen nach Stürzen. Frauen sind häufiger betroffen alsMänner.

Anders ist die Situation zum Beispiel bei Frakturen von Fußwurzelknochen und des Fersenbeins. Pachucki: „Sie sindzumeist die Folge von Stürzen, zum Beispiel beim Obstpflücken auf der Leiter oder im Rahmen von Arbeitsunfällen.“ Hiersind unter den Patienten wiederum häufiger Männer die Opfer. Die Folgen sind ausgesprochen unangenehm. DerSpezialist: „Fersenbeinbrüche heilen zum Beispiel zumeist nur mit massiver bleibender Invalidität aus.“

Für die Unfallchirurgen stellen alle diese Verletzungen eine enorme Herausforderung dar. Der Grund dafür: Trotzimmer mehr zur Verfügung stehender Systeme zur Wiederherstellung einer möglichst korrekten anatomischen Situation(Schrauben, Platten etc.) ist es ausgesprochen schwierig, die exakt „richtige“ Positionierung zu rekonstruieren.

Pachucki: „Die Rekonstruktion ist sehr schwierig. Beim Fersenbein gibt es so viele Gelenksbereiche, dass das kaumgelingt. Einen Fortschritt gibt es mit der Möglichkeit von 3D-Röntgen- oder Computertomografie-Geräten direkt imOperationssaal.“ Damit ergibt sich die Chance, dass der Unfallchirurg während des Eingriffs fast live die Positionierungder Knochenteile mitverfolgen kann. Jedenfalls, bei Verdacht auf solche Verletzungen sollte am besten möglichst schnelleine Unfallambulanz aufgesucht werden. Zuwarten hilft nicht wirklich.

An der Tagung in Salzburg nehmen rund 500 Spezialisten teil. In Österreich gibt es rund 1.200 Unfallchirurgen.

Pressespiegel
PDF salzburg.orf.at (pdf, 57 kb)
PDF derStandard.at (pdf, 70 kb)
PDF Salzburger Nachrichten (pdf, 274 kb)

 

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